Jersey

Jerseys bieten gleich eine ganze Reihe von tollen Stoffen, angenehm weich und bequem für Unterwäsche und Shirts, hauteng anliegend für traumhafte, glanzvolle Cocktailkleider, oder schön leicht und locker fallend für luftige Blusen, Hemden und Röcke. Der Jersey passt sich ganz deinen Wünschen an. Denn er ist, im Gegensatz zu den anderen gängigen Stoffen, nicht gewebt, sondern gestrickt. Diese gestrickten Schlaufen machen ihn wunderbar elastisch. Er passt sich jeder gewünschten Form an, lässt sich wunderbar raffen, in Falten legen, oder mit elastischen Bündchen oder dem bei Shirts typischen Einfassband abschließen.

 

Welche Arten von Jersey gibt es?

 

Den Jersey kann ich natürlich aus verschiedenen Fasern und Fasermischungen herstellen, je nachdem, welche Optik und welche sonstigen Eigenschaften mir wichtig sind. Angenehm hautfreundlich, gut Feuchtigkeit absorbierend und leicht sind ja die Baumwolljerseys, die dann auch zum Standard für Shirts geworden sind. Allerdings ist dieser Stoff, typisch für die Baumwolle, eher matt, dafür aber schön griffig. Zum Teil ist die Baumwolle nach Ökotex Standard 100 zertifiziert, was nicht nur für einen möglichst naturgemäßen Anbau und Behandlung der Naturfaser steht, sondern auch für fairen Handel und für bessere Arbeitsbedingungen. Jerseys aus Mischfasern oder reine Polyesterjersey können da schon glänzender sein, sind meist pflegeleicht und knitterfrei, nehmen aber eher unangenehme Gerüche an. Oft werden auch geringe Anteile an Elasthan dazugemischt, das das Garn noch zusätzlich elastisch macht. Das hat vor allem den Vorteil, dass stark beanspruchte Stellen, z. B. Die Ellbogen beim Ärmel, dauerhaft elastisch bleiben und nicht ausbeulen. Für besonders schicke und angenehme Kleider, Hemdchen, Unterwäsche oder Nachthemden bietet sich Viskosejersey an. Die sehr viel glanzvollere Faser aus Zellulose nimmt die Feuchtigkeit ebenso gut auf wie die Baumwolle. Eher Exoten, aber durchaus eine gute Wahl für strapazierfähige, weiche und sehr leicht zu tragende Teile sind Jerseystoffe aus den Naturfasern Hanf, Ramie oder Bambus. Sehr zu empfehlen für schicke, enganliegende Kreationen, die du direkt auf der Haut trägst. Seidenjersey gehört natürlich zu den edelsten Stoffen dieser Art, der schimmernde Glanz und die angenehm kühle und sanfte Art der Seide kombiniert mit der komfortablen Dehnbarkeit des hauchdünn Gestrickten. Etwas voluminöser und viel wärmer sind da die Wolljerseys, die sich auch hervorragend für leichte Pullis, Jacken oder Kleider eignen, bei denen sich die Rundungen weniger stark abzeichnen, die du nicht so sehr betonen möchtest. Das gilt im übrigen auch für Romanitjersey, bei dem das „Gewebe“ doppelt gestrickt wird, der daher etwas steifer wird und nicht gar so hauteng anliegt. Du wirst bei uns im Onlineshop von Schöner-Leben auf eine bunte Auswahl an Jerseystoffen der verschiedenen Charakteristiken treffen, tolle Stoffe, zu denen dir sicherlich gleich etliche neue Nähprojekte einfallen!

 

Was kann ich aus Jerseystoffen alles machen?

 

Da gibt es eine kurze und eine sehr lange Antwort. Die Kurze: Alles, was man aus elastischem Stoff machen will. Die Zweite wird dann schon sehr viel länger: Das fängt bei der Unterwäsche an, gerade auch für Sport und Freizeit. Badeanzüge sind meist aus Jersey, Träger- oder T-Shirts und Leggings. Doch damit fängt die lange Liste erst an: Bequeme Hausanzüge und Schweiß aufnehmende Nachthemden können aus Baumwoll- oder Viskosejersey sein, die, je nach Dicke, auch schön warm geben, oder aus Leinen oder Seide, wenn sie kühlen sollen. Oberbekleidung wie bequeme Hemden, Shirts und Blusen haben wir schon erwähnt, hautenge Röcke aus dem Stretchmaterial oder auch das wallende Abendkleid, das die Figur dort betont, wo du es willst. Schwerere Qualitäten werden auch gerne für Kostüme und Anzüge genommen, denn auch für Sakko, Weste und Jacke eignen sich die Stoffe sehr gut, als warmer und bequemer Wolljersey etwa oder aus Baumwollmischung als Velours oder mit glänzendem Druck. Im Haushalt sind Jerseystoffe vor allem bei der Bettwäsche beliebt. Selbst beim textilen Wohnen spielen sie als Kissen- und Polsterbezüge, als Vorhänge und Wandbespannungen ganz entscheidend mit.

 

Wie nähe ich Jersey?

 

All die traumhaften Stoffe und bezaubernden Einsatzmöglichkeiten des Jerseys haben einen kleinen Haken: das Nähen des elastischen Stoffs. Nicht nur, dass du beim Zuschneiden, Stecken und Nähen aufpassen musst, ob und wie stark du ihn dehnst oder verziehst. Insbesondere dünne

und sehr dehnbare Jersey neigen dazu, sich einzurollen und versuchen damit, der Nadel zu entkommen.

Doch dazu haben wir noch ein paar Tipps und Tricks, die dir das Schneidern mit Jersey leichter machen. Das fängt schon beim Zuschnitt an. Beim Auflegen des Schnittmusters, wie immer auf rechte und linke Seite und Musterlauf achten. Wenn es hauteng werden soll, musst du natürlich etwas kleiner nähen als deine Größe, damit der Stoff nachher gedehnt wird. Darauf achten, das der Stoff nicht verrutscht, eventuell Papier oder einen festeren Stoff unterlegen, und die Teile gut sichtbar und vollständig anzeichnen. Gegen Verziehen beim Zuschnitt und später beim Nähen hilft dir ein aufgestecktes Seidenpapier ganz prima. Es lässt sich hinterher einfach abreißen, ohne dass Reste hängen bleiben. Zum Schneiden selbst empfiehlt sich ein Rollmesser ( Vorsicht: wenn du Stoff gegen Verrutschen untergelegt hast, schneidet es den natürlich mit). Alternativ hilft eine gekröpfte Schneiderschere, dass du den Stoff nicht allzu sehr anheben musst beim Schneiden, was ja immer am Stoff zieht.

Die Stecknadeln solltest du besser quer stecken, um das Einrollen zu vermeiden. Außerdem lassen sie sich Nähen besser herausziehen. Nur Stecknadeln mit einwandfreier Spitze nehmen, die beim Herausziehen nicht haken!

 

Welches Nähgarn und welche Nähnadel nehme ich für Jersey?

 

Bei einem elastischen Stoff brauchst du in der Regel auch elastische Nähte. In der Länge dehnbar und trotzdem fest sind der Zickzackstich und die Doppelnaht, die auf der Unterseite mit Zickzack versäubert wird. Wenn du darin noch nicht so versiert bist, solltest du dir auf jeden Fall die Anleitung deiner Nähmaschine zur Hand nehmen. Auf die richtige Stichplatte unten, Fadenspannung usw. achten. Niedrige Fadenspannung und kurze Stichlänge helfen, dass sich die Nähte nicht wellen. Auf jeden Fall ist eine Stretchnadel zu empfehlen, und zwar eine mit einwandfreier Spitze. Für die Doppelnaht brauchst du eine Zwillings- Stretch- Nadel, da hier ja zwei Obergarne gleichzeitig vernäht werden. Die Breite der Zwillingsnadel bleibt ganz deiner Wahl überlassen, die Stärke sollte mit der Dichte und Dicke der Nähte zunehmen. Das Garn an sich braucht nicht elastisch zu sein. Ein Polyesterfaden, sogenannte Allesnäher, ist nie verkehrt, aber auch ein guter Baumwollfaden kann zweckmäßig sein.

 

Welche Vliese und Bügeleinlagen helfen mir beim Nähen mit Jersey?

 

Hier gibt es eine ganze Reihe von praktischen Helfern. -Elastikband kann, leicht vorgespannt, mit eingenäht werden, um Werfen und Wellen zu vermeiden, ohne die Elastizität zu verlieren. -Um Nähte sauber ohne Verziehen hinzubekommen, kannst du auch vor dem Nähen Bügelband aufbügeln, das sich hinterher einfach auswaschen lässt. Das ist zum Beispiel auch sehr hilfreich für Einfassbänder, die ja mit Vorspannung eingenäht werden sollen. -Für den Ausschnitt oder andere Abschlüsse, die nicht elastisch bleiben sollen, kannst du einfach ein steifes Band mit einnähen. -Einlagen geben feste Form, wo der leichte Fall des Jerseys nicht gewünscht ist, z. B. für Kragen oder Schulterstücke.

Weitere Tipps und bebilderte Anleitungen gibt es im Internet. Damit wird auch das Erstlingswerk zum Erfolg!

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