Lein, Leinwandbindung und Leinenoptik

Leinen hat einfach Klasse. Ob auf der Leinwand oder dem Leintuch, als Tischdecke oder als schicker Leinensakko, es vermittelt immer einen angenehm schlichten und edlen Eindruck. Allerdings müssen wir hier drei Faktoren unterscheiden, die zwar traditionell zusammengehören, aber nicht zwangsläufig alle drei gleichzeitig vertreten sind.

Die Leinwandbindung ist ein Webverfahren, bei dem die für die Leinwand typische rechtwinklige Struktur entsteht, je nach Webdichte und Garnstärke deutlich sichtbar. Diese Gewebe können rau und griffig bis sehr glatt sein, sie sind ausgesprochen widerstandsfähig, auch wenn sie sehr dünn sind, aber auch etwas steif und nicht ganz so leicht und fließend fallend. Leinenoptik meint meist diese rechtwinklige Struktur, in Verbindung mit den für grobes Leinen typischen dunkleren Knötchen im helleren Garn. Dadurch entsteht ein etwas rustikaler, naturbelassener Touch, der gerade bei größeren Flächen und sehr geradlinigen Schnitten dem Stoff mehr Leben gibt. Stoffe mit diesen Charakteristiken sind oft, aber eben nicht zwangsläufig, aus der Naturfaser Leinen, die ihnen den Namen gegeben hat. Und umgekehrt, die Stoffe aus der edlen Naturfaser müssen nicht so aussehen, denke nur an super glatte, gestärkte Tischtücher und Servietten oder fast schon seidig glänzende, luftig dünne Sommerblusen aus Leinen.

 

Lein, oder auch Flachs, ist die Pflanze, aus deren Stängeln die Faser gewonnen wird, was übrigens sehr arbeitsintensiv ist. Das macht die Naturfaser auch relativ teuer. Dabei wächst sie recht anspruchslos, ohne Kunstdünger oder Pestizide zu benötigen. Und das auch heute noch in unseren Breiten, in Frankreich, Belgien und den Niederlanden zum Beispiel, neben China und Russland. Nebenbei schenkt uns Mutter Natur durch diese edle Pflanze auch Leinsamen und das besonders wertvolle Leinöl als ergiebigstem Lieferant für die lebenswichtige Omega-3- Fettsäure.

Aber auch der Bast des Leins bietet Superlativen: Die Textilfaser gehört zu den widerstandsfähigsten, und das auch, wenn sie nass wird. Dabei ist sie glänzend, weich und geschmeidig und absorbiert Feuchtigkeit besser als Baumwolle. Darum und da sie relativ wenig Luft einschließt, hat sie bei sommerlichen Temperaturen einen angenehm kühlenden Effekt. Das ist das Geheimnis der wunderbar frischen Leintücher und Leinenhemden. Weil die sehr abriebfeste Faser aber auch etwas spröde ist, neigen die Stoffe aus reinem Leinen zu Falten und Knittern. So beweisen die schicken Jacken oder Blusen aus dem hautfreundlichen Leinen im Knitterlook, dass du für den Genuss höchsten Tragekomforts gerne auch die locker legeren Falten in Kauf nimmst. Aber auch die festen Bügelfalten und der matte Glanz an Serviette, Hemd oder Krawatte verraten die edle Naturfaser.

„Reines Leinen“ ist ein Qualitätsbegriff wie „Made in Germany“. Denn an sich braucht die extrem widerstandsfähige Naturfaser keine Beimischung von anderen Fasern. Feuchtigkeitsregulierend, schnell trocknend, glatt, geschmeidig, sogar kochfest und dabei immer noch sanft glänzend, was willst du mehr von einem Stoff? Halbleinen ist eine Mischung aus Leinen mit Baumwolle. Das macht den Stoff nicht nur wärmer, sondern auch deutlich billiger. Auch Mischungen mit Acryl, Polyester oder Elasthan sind üblich, je nach Verwendungszweck des Leinenstoffs.

 

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Was ist beim Nähen von Leinen zu beachten?

 

Das Leinengewebe ist etwas steif, es wird erst mit mehrmaligem Waschen weicher. Zudem ist es ja nicht dehnbar, was es sehr einfach macht im Zuschnitt und beim Nähen. Da verzieht sich keine Naht und rollt sich nichts ein. Andererseits

verzeiht der unelastische Stoff auch nicht, wenn du beispielsweise eine Hose zu eng genäht hast, aber meistens wird er ja für eher weit und luftig geschnittene Kleidung eingesetzt. Auch wenn Bügeln sonst nicht zu deinen Hobbys zählt, beim Schneidern gehört es dazu. Das etwas spröde Leinen lässt sich prima an Nähten und Säumen in die gewünschte Form bügeln, so bekommst du ohne viel Aufwand saubere gerade Nähte. Welche Nähnadel ich für Leinen brauche? Auch hier ist der Stoff recht anspruchslos. Eine Universalnadel in angemessener Stärke reicht vollkommen. Bei sehr starkem Segeltuch und wulstigen, mehrlagigen Nähten hilft die etwas stärkere und spitzere Jeansnadel. Auf jeden Fall sollten sie scharf und unbeschädigt sein. Einlagen und Bänder zur Verstärkung von Säumen, Kragen und Bünden lassen sich direkt und problemlos mit einnähen oder aufbügeln; Knopflöcher oder Zierstickereien kannst du bei Leinen mit passendem Garn und Faden ohne Weiteres anbringen.

 

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