Spitzenstoffe

Lesenswertes zum Thema:

Den Begriff Spitze nutzen wir tagtäglich, ohne darüber nachzudenken, was er eigentlich bedeutet. Spitzentechnik, Spitzenleistung oder Spitzenpreis. Kommt das vom Spitzenstoff, dem durchbrochenen, reich verzierten zarten Gewebe, oder bezieht sich das auf eine Spitze wie etwa die Nadelspitze oder die Spitze des Eisbergs? Wie das englische Top?
Spitze ist jedenfalls die Krönung an textiler Verzierung. Reich geschmückt spielt sie mit der Durchlässigkeit für Licht und Luft- und natürlich der Durchsichtigkeit für Blicke. So schafft die Spitze einen dekorativen sanften Übergang vom geschlossenen, verdeckenden Stoff zur frei liegenden Haut oder sonstigen Umgebung, je nachdem, wo ich sie einsetze. So wird die Spitze manchmal als zweite Hülle verwendet, damit sich beispielsweise die Formen nicht allzu stark abzeichnen, aber durchaus sichtbar bleiben oder sich zumindest erahnen lassen. Meist aber setzt man die Spitze am Rand ein, etwa an Bündchen oder Ausschnitten, um den Übergang zu verzieren, oft mit Bogen, Zacken oder Wellen als Kante.

Was kann ich mit Spitze machen?

Das Spitzendeckchen schützt die edle Oberfläche, einer Kommode aus Birnbaumholz beispielsweise oder eines Kaffeetischchens aus Mahagoni. Sie verhindert ein Verkratzen oder die Bildung von Flecken durch Feuchtigkeit oder Oxidation und dient somit als attraktiver Untersetzer für Vasen, Kerzenständer, Keramik und beliebige andere Accessoires.
Du kannst die dekorativen Kunstwerke, oft wahre Meisterstücke der Ornamentik, natürlich auch bei modernen Möbeln sehr effektvoll einsetzen, um sich selbst, eine Fruchtschale, eine Skulptur oder was auch immer zur Geltung zu bringen. Viele interessante Wohnaccessoires findest du übrigens auch in unserem Spezialshop von Schöner-Leben.de.
Insbesondere die Lochstickereien finden bei der Tischwäsche viel Anklang. Vom hübsch verzierten Tischläufer für den Alltag bis zum Ensemble von kunstvoll gestalteten Servietten und Tischtüchern für die festliche Tafel – hier kannst du edle Stoffe effektvoll mit der Spitze kombinieren.

Traditionell, und das aus gutem Grund, findest du das Spiel mit der Spitze, mit dem Verbergen und Durchblicken lassen auch an Fenstern, Glastüren und Durchgängen. Insbesondere Panneaux, Scheibengardinen und natürlich die Bistrogardine machen sich gut mit den Ornamenten der Spitze.
Aber auch die flächigen blickdichten Vorhänge gewinnen einen besonderen Charme, wenn sie mit Spitze eingefasst werden, die den harten Kontrast von hell und dunkel abmildert und Fenster respektive Vorhangfläche gewissermaßen umrahmt.
Eine Borte aus Spitze ist übrigens eine tolle Idee, um etwas mehr Pep an offene Regale und unter die Hängeschranke, in Nischen und Ecken, um den Spiegel oder über die Lampe zu bringen. Hier sind deiner Fantasie und Kreativität kaum Grenzen gesetzt.

Beim Stöbern in den tollen Stoffen hier im Onlineshop meine-stoffe.de wirst du sicher noch einiges zur Anregung finden.
Besonders anziehend wirkt die Spitze überall dort, wo es leicht und luftig werden soll, ohne allzu tiefe Ein- und Durchblicke zu gestatten. War der Besatz mit Spitze früher noch auf Dekolleté und Bündchen beschränkt, wurde die Spitze bald zum Favorit für Dessous und Negligé, für die reizende Unterwäsche, die sich angenehm leicht und luftig trägt.
Das kannst du dir heutzutage nicht nur bei Slip und BH zunutze machen. Einsätze im Rücken, an derSeite oder am Bauch machen Sommertop, Cocktailkleid und Casual Wear interessant und erfrischend luftig zugleich. Hier gibt es eine Vielzahl von dezenten oder frecheren Ideen zur Gestaltung deines Outfits. Lass dich von unseren Stoffen inspirieren.
Die blickdichteren Stoffe mit Lochstickerei bieten sich auch hervorragend für Shirts, Tops, luftige Sommerkleider, Nachthemd und Bettwäsche an.
 

Tipps + Tricks zur Verarbeitung der Spitze

Der hauchzarte, durchbrochene Stoff stellt verständlicherweise besondere Ansprüche an die Sorgfalt beim Nähen. Du solltest dir zum Beispiel klar machen, dass ein- und umgeschlagene Kanten durchaus sichtbar bleiben, da der Stoff ja transparent ist. Hier hilft unter anderem ein undurchsichtiges Einfassband. Gerne wird auch die französische Naht eingesetzt. Vorsicht beim Zuschnitt: bei der französischen Naht brauchst du die doppelte Nahtzugabe!
Knopflöcher, Haken oder Bänder vermeidest du nach Möglichkeit im Bereich der Spitze, da das Grundgewebe nicht stark genug ist und auf Dauer ausleiern würde. Falls es sich nicht anders machen lässt, kannst du ja ein Band aus stärkerem Stoff mit aufnähen.
Undurchsichtige und sogar formstabile Zonen bei Dessous und Ähnlichem kannst du durch Hinterlegen mit einem Taft oder einer Bügeleinlage erzeugen.
Welche Nähnadel und welchen Faden nehme ich zum Nähen von Spitzenstoffen?
Die extrem dünne Spitze nähst du am besten mit einer möglichst feinen Nadel (70 oder weniger) und einem dünnen Garn (100 oder mehr). Die Universalnadel oder die spezielle Microtexnadel sollte auf jeden Fall spitz und unbeschädigt sein, um Rupfen oder Fehlstiche zu vermeiden. Zudem hilft es, die Stichlänge recht kurz und die Spannung des Fadens etwas niedriger als normal einzustellen. Das hilft, dass die Naht später nicht zusammengezogen wird und „Wellen“ wirft.

Heikler wird es bei Stretch-Spitzenstoffen, die noch dazu elastisch sind. Hier lohnt sich der Mehraufwand, zum Beispiel Seidenpapier unterzulegen, mit anzuheften und mit festzunähen. Es verhindert, dass sich der Stoff beim Nähen dehnt und später wellt und dass der Vorschub sich im zarten Gewebe verhakt und rupft. Das Seidenpapier lässt sich hinterher vorsichtig abreißen. Professioneller und eleganter ist, stattdessen das Stickvlies zu verwenden. Es lässt sich nach dem Nähen einfach auswaschen.